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Fassadenbekleidung

Wärmedämmverbundsystem Fassade: Montage und Gestaltung

Ein Wärmedämmverbundsystem an der Fassade dämmt und schützt zugleich – hier erfahren Sie, wie Montage und Gestaltung fachgerecht gelingen.

Angaben zur Ausarbeitung

Autor
Sabine Hoffmann
Veröffentlicht
Lesezeit
3 Min.
Wärmedämmverbundsystem Fassade: Montage und Gestaltung

Ein Wärmedämmverbundsystem an der Fassade wird in festgelegter Reihenfolge aufgebaut: Untergrund prüfen, Dämmplatten kleben und dübeln, armieren, verputzen und zuletzt farblich gestalten. Jeder dieser Arbeitsschritte erfüllt eine eigene Aufgabe für Wärmedämmung, Wetterschutz und Optik. Ein Wärmedämmverbundsystem besteht dabei immer aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten – Dämmstoff, Armierung und Putz –, die nur als geprüftes Gesamtsystem ihre bauaufsichtliche Zulassung behalten.

Wie läuft die Montage eines WDVS Schritt für Schritt ab?

Vor dem ersten Handgriff steht die Untergrundprüfung: Der Altputz muss tragfähig, eben und frei von Algen oder losen Farbanstrichen sein, sonst löst sich das System später flächig ab. Anschließend wird eine Sockelschiene als unterer Abschluss montiert, die das System vor aufsteigender Feuchte schützt und die erste Plattenreihe exakt ausrichtet.

Die Dämmplatten werden im Verband geklebt, also mit versetzten Stoßfugen wie bei einem Mauerwerk, damit keine durchgehenden Fugen entstehen. Je nach Gebäudehöhe und Windlast schreibt die Zulassung zusätzlich eine mechanische Verdübelung vor. An Ecken, Fenster- und Türlaibungen kommen vorgefertigte Eckprofile mit Gewebeeinlage zum Einsatz, weil hier die höchste Rissgefahr besteht.

  • Untergrund reinigen, prüfen und bei Bedarf grundieren
  • Sockelschiene und Eckprofile setzen
  • Dämmplatten im Verband kleben, Dübel nach statischem Nachweis setzen
  • Fugen und Anschlüsse fachgerecht schließen

Arbeiten in mehreren Stockwerken erfordern ein normgerecht aufgestelltes Gerüst; ab einer bestimmten Absturzhöhe ist dies gesetzlich vorgeschrieben und keine Option mehr.

Armierung und Wärmedämmverbundsystem Putz: So entsteht die Oberfläche

Nach dem Aushärten der Kleber wird eine Armierungsschicht aus Mörtel und eingebettetem Glasfasergewebe aufgetragen. Sie nimmt die späteren Spannungen aus Temperaturwechseln auf und ist die eigentliche mechanische Schutzschicht der Fassade – ohne sie würde selbst der beste Oberputz reißen.

Erst darauf folgt der sichtbare Wärmedämmverbundsystem Putz, meist als mineralischer, silikatharz- oder silikonharzgebundener Reibeputz mit Körnungen zwischen 1,5 und 3 Millimetern. Die Körnung bestimmt die Struktur: grobkörnig wirkt rustikaler, feinkörnig glatter und moderner. Eine Grundierung vor dem Putzauftrag sorgt für gleichmäßige Saugfähigkeit und verhindert Fleckenbildung.

Bei der Farbwahl gilt eine technische Grenze, die viele Bauherren überrascht: Dunkle Farbtöne mit niedrigem Hellbezugswert heizen sich in der Sonne stark auf und können Spannungsrisse im Putz verursachen. Systemhersteller geben deshalb für jede Putzart einen zulässigen Mindest-Hellbezugswert vor, den ein Malerbetrieb bei der Farbauswahl beachten muss.

Welche Systeme und Dämmstoffe stehen zur Wahl?

Am Markt haben sich komplette Systeme etabliert, bei denen Dämmstoff, Kleber, Dübel, Armierung und Putz aus einer Zulassung stammen – etwa ein Sto Wärmedämmverbundsystem oder vergleichbare Systeme anderer Hersteller. Diese Kombination darf nicht eigenmächtig gemischt werden, da sonst die bauaufsichtliche Zulassung erlischt und Gewährleistungsansprüche entfallen.

Als Dämmstoff kommen vor allem drei Materialien zum Einsatz:

  • EPS-Hartschaum – günstig, leicht, guter Dämmwert, aber brennbar und daher ab bestimmten Gebäudehöhen mit zusätzlichen Brandriegeln aus Mineralwolle zu kombinieren
  • Mineralwolle – nichtbrennbar, diffusionsoffener, etwas teurer und schwerer in der Verarbeitung
  • Holzfaser – ökologisch, gute Wärmespeicherung im Sommer, höherer Materialpreis

Die Montage eines Wärmedämmverbundsystems WDVS an mehrgeschossigen Gebäuden zählt zu den Arbeiten, die ein Fachbetrieb ausführen sollte: Klebebild, Dübelabstände und Eckausbildung sind normativ geregelt, und Fehler zeigen sich oft erst Jahre später als Risse oder Ablösungen. Am freistehenden Einfamilienhaus im Erdgeschossbereich ist Eigenleistung mit entsprechender Anleitung und Zulassungstext des Herstellers grundsätzlich möglich.

Was kostet ein Wärmedämmverbundsystem?

Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem hängen von Dämmstoffdicke, Material, Putzart und dem Zustand der bestehenden Fassade ab. Als grobe Orientierung inklusive Material und Montage durch einen Fachbetrieb:

DämmstoffPreis pro m² (inkl. Montage)
EPS-Hartschaum, 14–16 cmca. 130–170 €
Mineralwolle, 14–16 cmca. 160–210 €
Holzfaser, 14–16 cmca. 190–250 €

Hinzu kommen Gerüststellung, Untergrundvorbehandlung bei schadhaftem Altputz sowie aufwendige Details an Fensterlaibungen und Balkonanschlüssen. Eine grobe Schätzung ohne Vor-Ort-Aufmaß bleibt ungenau, da Fassadenfläche, Geschosszahl und Anschlussdetails den größten Kostenanteil ausmachen. Ein detailliertes Angebot eines Fachbetriebs mit Aufmaß vor Ort ist deshalb die einzig verlässliche Grundlage für die Baukostenplanung.

Fazit

Montage und Gestaltung eines Wärmedämmverbundsystems folgen einer klaren, normativ geregelten Reihenfolge vom Untergrund über Dämmplatten und Armierung bis zum Putz. Wer Systemkomponenten, Farbwahl und Dämmstoff aufeinander abstimmt und die Ausführung bei mehrgeschossigen Fassaden einem Fachbetrieb überlässt, vermeidet spätere Risse und Ablösungen. Eine realistische Kosteneinschätzung gelingt erst mit konkretem Aufmaß der Fassadenfläche und der gewünschten Systemkombination.

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