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Außenwand innen dämmen Isover: Material

Wer die Außenwand von innen dämmen will, findet bei Isover passende Materialien – dieser Beitrag erklärt Dämmstoffe, Dampfsperre und Schimmelschutz.

Angaben zur Ausarbeitung

Autor
Sabine Hoffmann
Veröffentlicht
Lesezeit
4 Min.
Außenwand innen dämmen Isover: Material

Wer die Außenwand von innen dämmen möchte, kann bei Isover auf mineralische Glaswolle-Dämmplatten, passende Dampfbremsfolien und diffusionsoffene Systemkomponenten zurückgreifen, die sich je nach Bauzustand kombinieren lassen. Anders als eine Außendämmung greift die Innendämmung tief in den Feuchtehaushalt der Wand ein, weshalb Materialwahl und Aufbau hier besonders sorgfältig geplant werden müssen. Der folgende Text konzentriert sich genau auf diese Materialfrage – für Sonderfälle wie Denkmalschutz oder Fachwerk lohnt sich der Blick in den übergeordneten Ratgeber zur Innendämmung von Außenwänden.

Welche Isover-Materialien kommen für die Innendämmung infrage?

Isover bietet für die raumseitige Dämmung vor allem mineralische Glaswolle-Produkte an, die als Klemmfilz oder als kaschierte Platte zwischen einer Vorsatzschale und der Bestandswand verbaut werden. Typisch sind Wärmeleitfähigkeiten zwischen 0,032 und 0,040 W/(mK), womit sich bereits bei Dämmdicken von 6 bis 10 cm relevante Verbesserungen des U-Werts erreichen lassen.

Für die Innendämmung sind vor allem folgende Produktgruppen relevant:

  • Klemmfilze zum Einbau in eine Holzständer- oder Metallständerkonstruktion vor der Wand
  • Kaschierte Dämmplatten, die bereits eine integrierte Dampfbremse mitbringen
  • Systemkomponenten wie Folien und Klebebänder aus der Vario-Reihe zur luftdichten Anbindung an Boden, Decke und Fenster

Die reine Wärmedämmleistung ist bei diesen Produkten unproblematisch; die eigentliche Herausforderung liegt im richtigen Umgang mit Feuchte, die aus der Wand oder aus dem Raum in die Konstruktion eindringen kann.

Dampfsperre oder Dampfbremse: Was ist bei der Innendämmung wirklich nötig?

Eine Innendämmung an der Außenwand mit Dampfsperre auszuführen bedeutet, dass raumseitig eine nahezu diffusionsdichte Folie eingebaut wird, damit keine Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft in die kalte Dämmebene und weiter in die Bestandswand wandern kann. Isover unterscheidet dabei zwischen klassischen Dampfsperren mit festem, sehr hohem sd-Wert und feuchtevariablen Dampfbremsen wie der Vario-Serie, die ihren Diffusionswiderstand je nach Umgebungsfeuchte anpassen.

In der Praxis wird bei Innendämmungen fast ausschließlich die feuchtevariable Variante empfohlen, weil sie im Winter dicht gegen eindringende Raumfeuchte wirkt, im Sommer aber öffnet und Restfeuchte aus der Konstruktion zurück in den Innenraum diffundieren lässt. Eine starre, dampfdichte Folie kann diesen Rücktrocknungseffekt verhindern und im ungünstigsten Fall genau das Feuchteproblem verursachen, das sie eigentlich abwenden sollte.

  • Die Bahnen müssen lückenlos verklebt und an alle Durchdringungen (Steckdosen, Rohre, Anschlüsse) luftdicht angeschlossen werden
  • Ein Blower-Door-Test nach Fertigstellung deckt Undichtigkeiten auf, bevor die Bekleidung geschlossen wird
  • Jede Perforation der Folie im Nachhinein – etwa durch spätere Bohrungen für Möbel – schwächt die Schutzfunktion dauerhaft

Warum entsteht bei Innendämmung ein Schimmelrisiko?

Wer eine Außenwand von innen gegen Schimmel dämmen will, muss verstehen, warum das Risiko überhaupt entsteht: Die Dämmschicht verschiebt den Taupunkt – die Temperatur, bei der Wasserdampf zu Kondenswasser wird – näher an die Innenoberfläche der ursprünglichen Wand. Bleibt die Bestandswand dadurch kälter und feuchter als vorher, bietet sie ideale Bedingungen für Schimmelpilzsporen, besonders in Ecken, hinter Möbeln und an Fensteranschlüssen.

Viele Sanierungen erfolgen ohnehin erst, wenn bereits Schimmel aufgetreten ist. Wird eine Außenwand wegen Schimmel von innen gedämmt, reicht die Dämmmaßnahme allein oft nicht aus – die Ursache muss vorher geklärt sein:

  • Aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich oder eine defekte Horizontalsperre müssen zuerst behoben werden
  • Wärmebrücken an Fensterstürzen, Rollladenkästen und Gebäudekanten sind separat zu dämmen oder zu entkoppeln
  • Das Lüftungsverhalten der Bewohner beeinflusst die Raumluftfeuchte erheblich und sollte in die Planung einfließen

Erst wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind, entfaltet ein fachgerechter Isover-Aufbau seine volle Schutzwirkung gegen erneuten Schimmelbefall.

Außenwand von innen mit Holzfaserplatten dämmen: Sinnvolle Ergänzung?

Neben den mineralischen Isover-Produkten setzen viele Fachbetriebe bei sensiblen Bauteilen zusätzlich oder alternativ auf Holzfaserplatten. Diese Platten sind kapillaraktiv, das heißt, sie können Feuchte aufnehmen, verteilen und wieder abgeben, ohne dass sich punktuell Kondenswasser sammelt. In Kombination mit einem diffusionsoffenen Wandaufbau ohne klassische Dampfsperre bieten sie ein robustes Fehlertoleranzverhalten, falls doch einmal Feuchte in die Konstruktion gelangt.

Wer die Außenwand von innen mit Holzfaserplatten dämmen will, sollte diesen Aufbau als eigenständiges System planen und nicht unreflektiert mit Mineralwolle-Komponenten mischen, da sich Diffusionswiderstände sonst gegenseitig behindern können. Holzfaserplatten benötigen zudem meist eine mineralische oder Lehmputz-Deckschicht statt einer Folie, was den Aufbau dicker und in der Regel kostenintensiver macht als eine reine Glaswolle-Lösung.

  • Vorteil: höhere Fehlertoleranz bei Feuchteeinträgen, besserer sommerlicher Wärmeschutz durch höhere Speichermasse
  • Nachteil: geringere Dämmwirkung pro Zentimeter im Vergleich zu Glaswolle, höherer Platzbedarf
  • Empfehlung: Materialwahl immer im Zusammenhang mit dem gesamten Wandaufbau und einer rechnerischen Feuchteprüfung treffen

Fazit

Isover liefert mit Glaswolle-Dämmstoffen und feuchtevariablen Folien ein durchdachtes System für die Innendämmung, das aber nur dann sicher funktioniert, wenn Luftdichtheit, Anschlussdetails und die Ursache eventueller Feuchteschäden konsequent mitgedacht werden. Wo besondere Fehlertoleranz gefragt ist, ergänzen kapillaraktive Holzfaserplatten das Angebot sinnvoll. In jedem Fall gilt: Eine rechnerische Tauwasserprüfung durch einen Fachplaner ist bei Innendämmung keine Kür, sondern die Voraussetzung dafür, dass aus der Dämmmaßnahme kein neues Schimmelproblem entsteht.

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