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Gewächshaus-Fundament selber bauen

Ein solides Fundament für Gewächshaus bauen entscheidet über Stabilität und Langlebigkeit – hier erfahren Sie, welche Bauweise zu Ihrem Modell passt.

Angaben zur Ausarbeitung

Autor
Markus Brandt
Veröffentlicht
Lesezeit
6 Min.
Gewächshaus-Fundament selber bauen

Wer ein Fundament für Gewächshaus bauen möchte, muss zuerst die Größe, das Gewicht und die Verankerungsart des Gewächshauses kennen, denn davon hängt ab, ob ein einfaches Plattenfundament reicht oder ob Punkt- beziehungsweise Streifenfundamente nötig sind. Die grundsätzliche Bauweise von Plattenfundamenten behandelt der Pillar-Artikel dieses Portals ausführlich – hier geht es konkret darum, wie Sie diese Grundidee auf ein Gewächshaus übertragen und worauf Sie dabei achten müssen.

Welches Fundament passt zu welchem Gewächshaustyp?

Ein kleines Foliengewächshaus mit Aluminiumrahmen und einer Grundfläche von zwei bis vier Quadratmetern stellt andere Anforderungen als ein Glasgewächshaus mit massivem Stahlgerüst und zehn Quadratmetern Fläche. Je schwerer die Konstruktion und je größer die Windangriffsfläche der Glas- oder Stegplattenwände, desto tragfähiger und tiefer muss das Fundament ausgeführt werden.

Für die Praxis lassen sich drei Fundamenttypen unterscheiden, die beim Gewächshausbau regelmäßig zum Einsatz kommen:

  • Plattenfundament: eine durchgehende, meist 8 bis 12 cm starke Betonplatte, die als geschlossene Fläche unter dem gesamten Gewächshaus liegt.
  • Punktfundamente: einzelne Betonsockel unter den Eckpfosten und tragenden Stützen, verbunden durch einen Grundrahmen aus Holz oder Aluminium.
  • Streifenfundament: ein umlaufender Betonstreifen entlang der Außenkanten, der bei größeren oder freistehenden Glasgewächshäusern zusätzliche Stabilität gegen Wind und Setzungen bietet.

Kleine Bausatz-Gewächshäuser aus dem Baumarkt werden häufig direkt auf einem Plattenfundament oder einem einfachen Streifenfundament montiert, weil der Hersteller einen Grundrahmen mitliefert, der auf die Fundamentkanten geschraubt wird. Bei größeren Modellen mit Fundamentgraben oder Beeteinfassung im Innenraum kann ein Streifenfundament sinnvoller sein, weil die Fläche darunter dann nicht komplett versiegelt wird und Regenwasser im Beetbereich versickern kann.

Plattenfundament für Gewächshäuser: Aufbau Schritt für Schritt

Ein Plattenfundament ist die gängigste Lösung, weil es eine ebene, dauerhaft trockene und frostsichere Standfläche schafft, auf der auch schwerere Glasmodelle zuverlässig stehen. Der Aufbau folgt im Kern demselben Prinzip, das auch bei einem Plattenfundament für ein Gartenhaus verwendet wird – die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist entscheidend für die Tragfähigkeit:

  1. Fläche markieren und ausheben: Grundfläche mit Schnurgerüst und rechten Winkeln abstecken, dann 25 bis 35 cm tief ausheben, je nach Frosttiefe in der jeweiligen Region.
  2. Schotterschicht einbauen: 15 bis 20 cm Kies oder Schotter (Körnung 0/32) einfüllen und in Lagen von jeweils etwa 10 cm mit einer Rüttelplatte verdichten. Diese Tragschicht verhindert, dass Feuchtigkeit unter der Platte stehen bleibt und Frosthebungen entstehen.
  3. Randschalung stellen: Schalbretter exakt auf Höhe und im Winkel ausrichten, mit Wasserwaage und Schlagschnur kontrollieren.
  4. Bewehrung einlegen: eine Baustahlmatte (z. B. Q131) auf Abstandhaltern verlegt, sorgt bei größeren Platten für Rissfreiheit und gleichmäßige Lastverteilung.
  5. Beton einbringen: Beton der Festigkeitsklasse C20/25 gießen, mit einer Rüttellatte verdichten und mit einer Kartätsche abziehen, damit die Oberfläche eben und wasserabweisend wird.
  6. Aushärten lassen: mindestens 7 Tage vor Belastung, besser 3 bis 4 Wochen bis zur vollen Festigkeit, in dieser Zeit die Platte bei Hitze feucht halten oder abdecken.

Auf die fertige Platte kommt anschließend eine Trennlage aus Bitumenbahn oder Noppenfolie, damit der Grundrahmen des Gewächshauses keine Feuchtigkeit aus dem Beton zieht. Erst danach wird der Rahmen mit Dübeln oder Schwerlastankern fixiert.

Fundament gewächshaus bauen: Wann reichen Punktfundamente aus?

Nicht jedes Gewächshaus braucht eine durchgehende Platte. Wenn Sie ein Gewächshaus bauen und das Fundament in erster Linie der Verankerung gegen Windlast dienen soll, während der Boden im Innenraum als Beetfläche genutzt wird, sind Punktfundamente oft die praktischere Wahl.

Dabei wird an jeder Eckstütze und, bei größeren Modellen, zusätzlich an den mittleren Pfosten ein Betonsockel von etwa 30 x 30 x 50 cm gegossen. Die Sockel liegen unterhalb der Frostgrenze, damit sie sich im Winter nicht durch Frosthub verschieben. Zwischen den Sockeln bleibt der natürliche Boden erhalten, was für ein Gewächshaus mit Erdbeeten oder Frühbeetanschluss ein klarer Vorteil ist.

Wichtige Punkte bei dieser Bauweise:

  • Die Sockel müssen exakt auf einer Ebene liegen – schon 1 bis 2 cm Höhenunterschied führen bei Aluminiumrahmen zu Verzug und undichten Stellen an den Stegplatten.
  • In jeden Sockel wird ein Ankerbolzen oder eine Ankerplatte einbetoniert, auf die der Grundrahmen geschraubt wird.
  • Bei sehr lockerem oder sandigem Boden sollten die Sockel breiter fundiert werden, um ein Absinken einzelner Stützen zu vermeiden.

Ein Streifenfundament ist eine Zwischenlösung: Es verbindet die Eckpunkte durchgehend, lässt aber die Mittelfläche offen. Diese Variante eignet sich besonders für Glasgewächshäuser mit Sockelleiste, weil der Streifen zugleich als Spritzwasserschutz und optische Einfassung dient.

Material, Maße und Werkzeug im Überblick

Die benötigte Materialmenge richtet sich nach Fundamenttyp und Grundfläche. Als Orientierung für ein mittelgroßes Gewächshaus von etwa 6 bis 9 Quadratmetern:

FundamenttypTypische MaßeMaterialbedarf (Richtwert)
Plattenfundament10 cm Beton, 15 cm Schotterca. 0,6–0,9 m³ Beton, 0,9–1,2 m³ Schotter
Streifenfundament30 cm breit, 50–60 cm tiefca. 0,3–0,5 m³ Beton
Punktfundamente30 x 30 cm, 50 cm tief, 4–6 Stückca. 0,15–0,25 m³ Beton insgesamt

An Werkzeug und Ausrüstung sind mindestens erforderlich: Spaten und Schaufel, Rüttelplatte, Wasserwaage und Richtscheit, Schnurgerüst mit Maurerschnur, Betonmischer oder Mischwanne, Rüttellatte, Kartätsche sowie eine Schubkarre. Für die persönliche Schutzausrüstung gehören Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und bei Betonarbeiten eine Schutzbrille zur Grundausstattung, da frischer Beton stark alkalisch ist und Hautreizungen verursachen kann.

Bevor Sie Beton bestellen oder selbst anmischen, prüfen Sie außerdem, ob für die geplante Fundamentgröße eine Baugenehmigung oder zumindest eine Anzeige bei der Gemeinde erforderlich ist. Viele Bundesländer stufen Gewächshäuser bis zu einer bestimmten Grundfläche und Höhe als genehmigungsfrei ein, doch die Grenzwerte unterscheiden sich – ein kurzer Blick in die Landesbauordnung oder ein Anruf beim örtlichen Bauamt erspart spätere Probleme.

Typische Fehler beim Fundamentbau und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Schäden an Gewächshausfundamenten entstehen nicht durch falsches Material, sondern durch übersprungene Arbeitsschritte. Folgende Fehler tauchen in der Praxis besonders häufig auf:

  • Zu geringe Aushubtiefe: Wird die Frosttiefe nicht berücksichtigt, hebt sich das Fundament im Winter und die Rahmenkonstruktion verzieht sich sichtbar an den Fugen der Stegplatten.
  • Fehlende oder zu dünne Schotterschicht: Ohne ausreichende Drainage staut sich Wasser unter der Platte, was zu Rissen und im Frost zu Absprengungen führt.
  • Ungenaue Ausrichtung im Winkel: Schon geringe Abweichungen von der rechtwinkligen Grundfläche summieren sich beim Aufbau des Gerüsts und erzwingen nachträgliches Nachjustieren, das die Dichtigkeit der Konstruktion gefährdet.
  • Beton zu früh belastet: Wird der Rahmen vor Ablauf der Aushärtezeit montiert und verschraubt, können sich Mikrorisse bilden, die erst Jahre später als größere Schäden sichtbar werden.
  • Fehlende Trennlage zum Rahmen: Ohne Feuchtigkeitssperre zwischen Beton und Holz- oder Aluminiumrahmen steigt Kondenswasser auf und begünstigt Korrosion oder Fäulnis an der Auflagefläche.

Ein einfacher Test zur Kontrolle: Nach dem Aushärten Wasser auf die Plattenoberfläche gießen und beobachten, ob es gleichmäßig abläuft oder sich in Mulden sammelt. Stehendes Wasser deutet auf ein Gefälleproblem hin, das sich nachträglich nur schwer korrigieren lässt und im schlimmsten Fall den kompletten Rückbau der Platte erfordert.

Bei sehr großen Gewächshäusern über 15 Quadratmetern, bei stark hängigem Gelände oder wenn zusätzlich ein Heizsystem mit Bodenverlegung eingeplant ist, lohnt sich die Einbindung eines Garten- oder Tiefbaubetriebs. Diese Fälle verlangen oft eine statische Prüfung der Bodentragfähigkeit, die über reines Erfahrungswissen hinausgeht.

Fazit

Ob Plattenfundament, Punktfundamente oder Streifenfundament die richtige Wahl sind, entscheidet sich an Größe, Gewicht und Nutzung des Gewächshauses. Wer die Reihenfolge aus Aushub, Drainage, Bewehrung und Aushärtezeit einhält, schafft eine Basis, die Frost, Windlast und Feuchtigkeit über viele Jahre zuverlässig standhält.

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