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Schalung für Fundament bauen: Schritt für Schritt

Schritt für Schritt zeigt dieser Ratgeber, wie Heimwerker die Schalung für ein Fundament bauen, absichern und fachgerecht betonieren.

Angaben zur Ausarbeitung

Autor
Jürgen Lindqvist
Veröffentlicht
Lesezeit
7 Min.
Schalung für Fundament bauen: Schritt für Schritt

Wer die Schalung für ein Fundament bauen will, braucht vor allem eine klare Reihenfolge: Baugrube ausheben und verdichten, Schnurgerüst und Schalbretter setzen, Ecken und Höhen exakt ausrichten, Schalung aussteifen und erst danach Bewehrung einlegen und betonieren. Was eine Fundamentschalung grundsätzlich leisten muss, erklärt der Grundlagenartikel „Fundament Schalung“ – hier geht es ausschließlich um den praktischen Bauablauf, das nötige Material und die Fehler, die beim Selbstbau am häufigsten passieren.

Material, Werkzeug und Kosten für die Fundamentschalung

Für eine klassische Bretterschalung eines Streifenfundaments braucht es Schalbretter oder Kanthölzer mit rund 24 mm Stärke, Schalungspfosten beziehungsweise Erdnägel, Rödeldraht oder Schalungsklammern sowie Schalöl als Trennmittel. Für die Ausrichtung sind Maurerschnur, Wasserwaage oder Laser sowie ein rechter Winkel unverzichtbar, für die Verarbeitung Hammer, Akkuschrauber und eine Handkreissäge.

Die Abmessungen des Fundaments bestimmen den Materialbedarf: Ein Streifenfundament für ein Einfamilienhaus ist meist 30 bis 50 cm breit und reicht mindestens bis zur örtlichen Frostgrenze, in Deutschland üblicherweise 80 cm Tiefe. Diese Werte sind Richtwerte – die tatsächliche Dimensionierung ergibt sich aus Bodengutachten und statischer Berechnung, nicht aus Erfahrungswerten aus dem Internet.

Wer die Schalung selbst bauen will, kalkuliert grob mit Kosten für Bretter, Kanthölzer, Nägel, Schalöl und eventuell eine Leihgabe für Rüttelplatte und Laser. Systemschalungen zum Mieten sind bei größeren Vorhaben oft günstiger als der Kauf, weil sie mehrfach verwendbar sind und exakt aufeinander passen. Für kleine Projekte wie ein Fundament für ein Gartenhaus oder eine Terrassenstütze lohnt sich dagegen meist die einfache Bretterschalung aus dem Baumarkt.

  • Schalbretter/Kanthölzer – tragende Elemente der Schalungswand
  • Erdnägel und Schalungspfosten – Verankerung im Boden
  • Rödeldraht, Klammern, Schrauben – Verbindung der Bretter untereinander
  • Schalöl – verhindert Anhaften von Beton und erleichtert das Ausschalen
  • Wasserwaage, Laser, Maurerschnur, Winkel – für Höhe, Lage und Rechtwinkligkeit

Schutzausrüstung gehört ebenfalls zur Grundausstattung: Handschuhe beim Umgang mit Draht und Kanthölzern, eine Schutzbrille beim Zuschnitt mit der Kreissäge und feste Arbeitsschuhe, da beim Aufbau schwere Bretter und Pfosten bewegt werden.

Schalung für Fundament Schritt für Schritt aufbauen

Der Aufbau folgt immer derselben Logik: erst die Grube vorbereiten, dann ausrichten, dann sichern, erst danach betonieren. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet die meisten Probleme, die sonst erst beim Betonieren sichtbar werden.

  1. Baugrube ausheben und verdichten: Die Sohle wird mit einer Rüttelplatte verdichtet, anschließend folgt eine Sauberkeitsschicht aus Kies oder Schotter, oft mit einer Trennfolie darüber, damit kein Zementleim in den Untergrund abfließt.
  2. Schnurgerüst spannen: Über Schnurpfosten außerhalb der Grube werden Maurerschnüre gespannt, die Lage und Höhe des fertigen Fundaments markieren. Rechte Winkel lassen sich einfach mit der 3-4-5-Methode (Seitenverhältnis 3:4:5) kontrollieren.
  3. Schalbretter zuschneiden und setzen: Die Bretter werden entlang der Schnur positioniert, die Oberkante muss exakt waagerecht liegen, weil sie später die Oberfläche der Bodenplatte oder Fundamentsohle vorgibt.
  4. Pfosten und Aussteifung einbringen: Erdnägel oder Schalungspfosten werden im Abstand von etwa 50 bis 80 cm eingeschlagen und mit Schrägstreben gegen Auskippen gesichert. Je höher die Schalung, desto engmaschiger muss die Aussteifung sein.
  5. Ecken verbinden und Fugen abdichten: Eckverbindungen werden verschraubt oder verklammert, Fugen zwischen den Brettern mit Dichtband oder Folie geschlossen, damit später kein Zementschlämme austritt.
  6. Schalöl auftragen: Ein dünner Film Trennmittel auf der Innenseite erleichtert später das Ausschalen erheblich und verhindert, dass Holzfasern im Beton haften bleiben.
  7. Bewehrung einlegen: Erst wenn die Schalung steht, kommt die Bewehrung mit Abstandhaltern hinein, damit die vorgeschriebene Betondeckung von meist 3 bis 5 cm eingehalten wird.
  8. Endkontrolle vor dem Betonieren: Maße, Höhe, Rechtwinkligkeit und Stabilität der Verstrebung werden ein letztes Mal geprüft, bevor der Beton eingebracht wird.

Diese Abfolge gilt unabhängig davon, ob die Schalung für ein einfaches Fundament im Garten oder für ein tragendes Streifenfundament am Wohnhaus gebaut wird. Bei tragenden Fundamenten für Wohngebäude sind zusätzlich die Vorgaben aus Statik, Bodengutachten und gegebenenfalls Baugenehmigung zu beachten – das ist kein Bereich für freihändige Schätzungen.

Fundament mit Schalungssteinen bauen – die einfachere Alternative

Neben der klassischen Bretterschalung lässt sich ein Fundament mit Schalungssteinen bauen, die als verlorene Schalung im Bauwerk verbleiben. Es handelt sich um Hohlblocksteine aus Beton oder EPS-Dämmstoff, die wie Bausteine gestapelt und anschließend mit Beton verfüllt werden. Sie eignen sich besonders für Fundamentwände, Kelleraußenwände oder Randschalungen von Bodenplatten, bei denen die Dämmwirkung des Steins gleich mitgeliefert wird.

Der Ablauf unterscheidet sich vom Brettaufbau in einigen Punkten:

  • Die erste Steinreihe wird auf der verdichteten und ausgeglichenen Sauberkeitsschicht oder Fundamentplatte verlegt und mit der Wasserwaage exakt ausgerichtet – Fehler in dieser ersten Reihe setzen sich durch alle folgenden Lagen fort.
  • Weitere Reihen werden im Verband, also mit versetzten Stoßfugen, aufeinandergestapelt, meist ohne Mörtel, da die Steine ineinandergreifende Nut-Feder-Verbindungen haben.
  • Bewehrungsstäbe werden in die dafür vorgesehenen Kammern der Steine eingelegt, horizontal und vertikal je nach Statik.
  • Bei größeren Wandhöhen braucht auch die Schalungsstein-Konstruktion eine Aussteifung gegen Kippen, bevor der Beton eingebracht wird.
  • Der Beton wird schichtweise eingefüllt und leicht verdichtet, damit er alle Kammern vollständig ausfüllt, ohne die Steine durch zu schnellen Befüllvorgang zu sprengen.

Der große Vorteil für den Selbstbau: Es entfällt das spätere Ausschalen, und die Steine übernehmen gleichzeitig die Wärmedämmung der Fundamentwand. Der Nachteil ist der höhere Materialpreis pro Quadratmeter gegenüber einfachen Brettern sowie eine begrenzte Auswahl an Wandstärken und Höhen, die vom jeweiligen Systemhersteller vorgegeben werden. Für ein einfaches, unbeheiztes Streifenfundament ist die klassische Bretterschalung meist wirtschaftlicher, für gedämmte Kellerwände oder Bodenplatten mit Randdämmung sprechen Schalungssteine für sich.

Typische Fehler bei der Schalung erkennen und vermeiden

Die meisten Probleme an einer selbstgebauten Fundamentschalung entstehen nicht beim Aufbau selbst, sondern erst beim Betonieren, wenn der Druck des frischen Betons auf die Schalungswände wirkt. Wer die folgenden Fehlerquellen kennt, kann sie vorab gezielt kontrollieren.

  • Unzureichende Aussteifung: Fehlen Schrägstreben oder sind die Abstände der Pfosten zu groß, beult die Schalung unter dem Betondruck aus oder kippt ganz um. Kontrolle: Die Bretter dürfen sich beim Andrücken mit der Hand nicht spürbar bewegen.
  • Nicht exakt waagerechte Oberkante: Da die Brettoberkante die spätere Oberfläche vorgibt, führt eine schiefe Ausrichtung zu einer schiefen Fundamentplatte oder Fundamentsohle. Kontrolle mit Wasserwaage oder Laser an mehreren Punkten, nicht nur an einer Ecke.
  • Offene Fugen: Nicht abgedichtete Stoßstellen lassen Zementschlämme austreten, wodurch der Beton an dieser Stelle porös wird und die Festigkeit leidet. Dichtband oder Folie an allen Fugen ist Pflicht, nicht Kür.
  • Zu schnelles Betonieren: Wird der Beton in einem Schwall statt in Lagen eingebracht, steigt der Schalungsdruck sprunghaft an und erhöht das Risiko eines Ausbeulens oder Bruchs.
  • Fehlende Abstandhalter für die Bewehrung: Liegt die Bewehrung zu nah an der Schalungswand, fehlt später die vorgeschriebene Betondeckung, was Korrosion des Stahls begünstigt.
  • Fehlende Rücksprache bei tragenden Fundamenten: Bei Fundamenten für Wohngebäude, Garagen mit Deckenlast oder Hanglagen mit unsicherem Baugrund ersetzt keine Bauanleitung eine statische Berechnung oder ein Bodengutachten. Hier ist die Abstimmung mit einem Statiker oder der zuständigen Bauaufsicht Pflicht, keine Option.

Ein einfacher Praxistest vor dem Betonieren: Die gesamte Schalung mit der Hand fest anstoßen und beobachten, ob sich Bretter, Pfosten oder Verstrebungen bewegen. Wackelt etwas jetzt schon, wird der Betondruck es später deutlich verstärken.

Ausschalen und Nachbehandeln: Wann darf die Schalung raus?

Die Schalung bleibt so lange stehen, bis der Beton ausreichend erhärtet ist, um sein Eigengewicht und leichte Belastungen selbst zu tragen. Bei üblichen Außentemperaturen und Normalbeton ist das nach etwa zwei bis vier Tagen der Fall, bei kühler Witterung dauert es länger, da niedrige Temperaturen den Erhärtungsprozess verzögern.

Als Faustregel gilt: Je tragender und größer das Bauteil, desto länger bleibt die Schalung stehen. Für ein einfaches Streifenfundament ohne unmittelbare Belastung reichen die genannten Zeiträume meist aus, für Fundamentwände oder Bodenplatten, die kurz danach schon Mauerwerk tragen sollen, sollte die Standzeit eher am oberen Rand liegen oder im Zweifel mit dem ausführenden Betonwerk abgestimmt werden.

Nach dem Ausschalen braucht frischer Beton weiterhin Schutz vor zu schnellem Austrocknen, besonders bei Sonne und Wind. Eine Abdeckung mit Folie oder gelegentliches Anfeuchten der Oberfläche in den ersten Tagen verhindert Schwindrisse und sorgt dafür, dass der Beton seine volle Festigkeit erreicht. Wird die Schalung zu früh entfernt oder die Nachbehandlung vernachlässigt, zeigen sich Risse und Abplatzungen oft erst Wochen später – dann lässt sich der Fehler kaum noch rückgängig machen.

Fazit

Eine Fundamentschalung selber zu bauen ist für einfache, nicht tragende Vorhaben mit Bretterschalung oder Schalungssteinen gut machbar, solange Reihenfolge, Ausrichtung und Aussteifung sauber eingehalten werden. Bei tragenden Fundamenten für Wohngebäude, schwierigem Baugrund oder größeren Lasten sollten Statik, Bodengutachten und die Abstimmung mit Fachleuten fest zum Bauablauf gehören, damit aus einer soliden Schalung auch ein tragfähiges Fundament wird.

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