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Holz für Holzfassade: Sorten und Eigenschaften

Welches Holz für Holzfassade wirklich taugt: Dauerhaftigkeit, Feuchteverhalten und Pflegebedarf der wichtigsten Holzarten im Überblick.

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Autor
Markus Brandt
Veröffentlicht
Lesezeit
4 Min.
Holz für Holzfassade: Sorten und Eigenschaften

Die Wahl des richtigen Holzes für eine Holzfassade entscheidet darüber, wie lange die Verkleidung ohne größere Schäden übersteht und wie viel Pflege sie braucht. Infrage kommen vor allem heimische Nadelhölzer wie Lärche und Douglasie, dauerhafte Laubhölzer wie Eiche und Robinie sowie thermisch modifiziertes Holz. Welche Sorte für ein konkretes Bauvorhaben passt, hängt von Naturdauerhaftigkeit, Wuchsverhalten, gewünschter Optik und der Art der Unterkonstruktion ab – die Grundlagen der Holzfassade an sich behandelt der zugehörige Überblicksartikel dieses Portals.

Welche Holzarten kommen für die Fassade infrage?

Für eine Holzfassade am Haus stehen grundsätzlich vier Gruppen zur Auswahl, die sich in Beständigkeit und Preis deutlich unterscheiden.

  • Lärche und Douglasie: heimische Nadelhölzer mit hohem Harzanteil, der sie ohne chemischen Holzschutz witterungsfest macht.
  • Fichte und Kiefer: preisgünstig, aber wenig dauerhaft; nur mit Beschichtung oder als thermisch behandeltes Holz für die Fassade geeignet.
  • Eiche und Robinie: sehr dauerhafte Laubhölzer, schwerer und teurer, aber praktisch ohne Pflege einsetzbar.
  • Thermoholz, meist aus Esche, Kiefer oder Fichte, wird durch Hitzebehandlung ohne Chemie dauerhafter und formstabiler gemacht.
  • Importierte Hölzer wie Western Red Cedar oder Bangkirai, die wegen Transportweg und Kosten seltener verbaut werden.

Ein Haus mit Holzfassade lässt sich mit jeder dieser Optionen realisieren; die Entscheidung fällt meist über Budget, gewünschte Lebensdauer und Optik.

Warum die Naturdauerhaftigkeit über die Wahl entscheidet

Die Naturdauerhaftigkeit beschreibt, wie widerstandsfähig eine Holzart gegen Pilzbefall und Fäulnis ist, ohne dass eine Schutzbeschichtung nötig wird. Nach DIN EN 350 werden Hölzer in fünf Resistenzklassen eingeteilt, von Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft).

HolzartDauerhaftigkeitsklasseTypisches Verhalten unbehandelt
Eiche, Robinie1–2sehr witterungsbeständig, kaum Pflegebedarf
Lärche, Douglasie3–4witterungsfest, vergraut gleichmäßig
Thermoholz1–2 (nach Behandlung)stabil, aber spröder im Zuschnitt
Fichte, Kiefer4–5ohne Schutz schnell anfällig für Fäulnis

Für eine unbehandelte, dauerhaft der Witterung ausgesetzte Holzfassade sollte die Klasse nicht schlechter als 3 ausfallen, sonst ist ein zusätzlicher Holzschutz unumgänglich.

Thermisch modifiziertes Holz im Vergleich zu Nadelholz

Bei der thermischen Modifikation wird Holz unter Sauerstoffausschluss auf über 180 Grad erhitzt. Dabei verändert sich die Zellstruktur, das Holz nimmt weniger Feuchtigkeit auf, quillt und schwindet weniger und wird resistenter gegen Pilzbefall.

Im Vergleich zu naturbelassenem Nadelholz wie Fichte gewinnt Thermoholz deutlich an Dauerhaftigkeit, verliert aber an Biegefestigkeit und wird spröder, was beim Zuschnitt und bei der Befestigung mit Schrauben oder Nägeln berücksichtigt werden muss. Farblich dunkelt es durch den Prozess von vornherein nach, sodass die spätere Vergrauung weniger auffällt als bei hellem Ausgangsholz.

Lärche und Douglasie bleiben demgegenüber die pragmatische Wahl, wenn regionale Verfügbarkeit und ein moderater Preis wichtiger sind als maximale Formstabilität. Für stark bewitterte Fassadenseiten, etwa Wetterseiten mit viel Schlagregen, ist die höhere Maßhaltigkeit von Thermoholz jedoch ein reales Argument.

Welche Bedeutung hat die hinterlüftete Konstruktion für die Holzwahl?

Die meisten Holzfassaden werden als hinterlüftete Holzfassade ausgeführt: Zwischen Wärmedämmung und Bekleidung sorgt ein Luftspalt von mindestens 20 Millimetern dafür, dass eindringende Feuchtigkeit rasch abtrocknen kann. Diese Konstruktion entlastet die Holzwahl, weil selbst weniger dauerhafte Arten länger halten, wenn sie schnell abtrocknen können.

Für die Lattung hinter der Bekleidung sollte trotzdem ein Holz mit guter Dauerhaftigkeit verwendet werden, da diese Ebene kaum kontrollierbar ist, sobald die Fassade montiert ist. Verzieht sich die Konterlattung durch minderwertiges Material, überträgt sich das auf die sichtbare Bekleidung als Wellen oder offene Fugen.

Bei mehrgeschossigen Gebäuden verlangen die Landesbauordnungen zudem oft einen bestimmten Brandschutzstandard für die Fassadenbekleidung; hier ist vor der Materialwahl mit dem Planer oder der Bauaufsicht abzuklären, welche Holzart und Oberflächenbehandlung zulässig sind.

Vergrauen und Pflegeaufwand je nach Holzsorte

Alle unbehandelten Hölzer vergrauen unter UV-Einstrahlung, weil die Ligninschicht an der Oberfläche abgebaut wird. Wie gleichmäßig und wie schnell das geschieht, unterscheidet sich jedoch je nach Holzart deutlich.

  • Lärche und Douglasie vergrauen relativ gleichmäßig zu einem silbrigen Grauton, sofern die Fassade ringsum ähnlicher Bewitterung ausgesetzt ist.
  • Eiche und Robinie behalten ihre Struktur länger, vergrauen aber unregelmäßiger, was optisch reizvoll oder unruhig wirken kann.
  • Fichte und Kiefer sollten ohne Beschichtung nicht unbehandelt bleiben, da sie sonst ungleichmäßig fleckig altern.

Wer die natürliche Holzfarbe erhalten möchte, kommt an einer regelmäßigen Lasur- oder Ölbehandlung nicht vorbei, unabhängig von der gewählten Holzart. Wer das Vergrauen bewusst als Gestaltungsmittel einsetzt, spart sich diesen Pflegeaufwand fast vollständig.

Fazit

Es gibt nicht das eine richtige Holz für eine Holzfassade, sondern eine Abwägung zwischen Naturdauerhaftigkeit, Kosten und gewünschter Optik. Lärche und Douglasie liefern über Jahrzehnte ein solides, bewährtes Ergebnis, Thermoholz punktet bei Formstabilität, und Eiche oder Robinie bieten maximale Langlebigkeit für höhere Investitionen. Entscheidend bleibt in jedem Fall eine funktionierende, hinterlüftete Konstruktion, ohne die selbst die beste Holzart vorzeitig verwittert.

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