Fundament mit Schalungssteinen bauen: Anleitung
Ein Fundament mit Schalungssteinen bauen spart Schalarbeiten und Dämmung in einem Schritt – hier die Anleitung von Planung bis Verfüllung.
Angaben zur Ausarbeitung
- Autor
- Markus Brandt
- Veröffentlicht
- Lesezeit
- 4 Min.
Wer ein Fundament mit Schalungssteinen bauen will, verzichtet auf klassische Bretterschalung und arbeitet stattdessen mit hohlen Steinen aus Beton oder EPS, die als verlorene Schalung im Fundament verbleiben. Das spart einen Arbeitsschritt und liefert bei EPS-Steinen gleich eine Dämmebene mit. Wie so ein Streifen- oder Punktfundament in der Praxis entsteht, zeigt diese Anleitung Schritt für Schritt.
Materialbedarf, Werkzeug und Kosten im Überblick
Vor dem ersten Stein steht die Kalkulation. Schalungssteine gibt es in Standardbreiten von 20, 25, 30 und 40 cm, meist mit einer Länge von 50 cm und einer Höhe von 25 cm – daraus lässt sich der Bedarf pro laufendem Meter Fundament leicht ableiten.
- Schalungssteine: je nach Wandstärke, plus 5–8 % Verschnitt für Eck- und Passsteine
- Bewehrungsstahl (üblich Ø 8–12 mm) nach statischer Vorgabe, längs und als Bügel
- Beton, meist C25/30, als Fertigbeton oder Transportbeton je nach Fundamentgröße
- Werkzeug: Maurerschnur, Wasserwaage, Gummihammer, Winkelschleifer zum Steinzuschnitt, Rüttler oder Flaschenrüttler zum Verdichten
Bei Materialkosten von grob 15–30 Euro pro laufendem Meter für die Steine selbst kommen Beton, Bewehrung und Verdichtungstechnik dazu. Für tragende Fundamente unter Wohngebäuden ist eine statische Bemessung durch einen Fachplaner Pflicht, keine Option – die Steinwahl allein ersetzt keine Statik.
Untergrund vorbereiten und Schnurgerüst spannen
Bevor die Schalung für das Fundament gebaut wird, muss der Baugrund tragfähig und frostfrei liegen. Der Graben wird bis unter die örtliche Frosttiefe ausgehoben, üblicherweise 80 cm, in kalten Lagen mehr – das verhindert Frosthebungen, die spätere Risse im fertigen Fundament verursachen.
Auf die Grabensohle kommt eine 15–20 cm starke Kiesschicht, die verdichtet wird, bevor die erste Steinreihe aufgesetzt wird. Ein Schnurgerüst mit Nivelliergeräten oder Schlauchwaage legt Höhe und Flucht exakt fest, denn jede Abweichung in dieser Phase setzt sich durch alle folgenden Steinreihen fort.
Häufiger Fehler an dieser Stelle: Die Kiesschicht wird zu dünn oder unverdichtet eingebaut, wodurch sich das Fundament später setzt. Zweiter typischer Mangel ist eine schlecht kontrollierte Wasserwaage – schon 1 cm Gefälle über einen Fundamentzug macht sich beim Mauerwerk darüber deutlich bemerkbar. Eine Magerbetonschicht als Sauberkeitsschicht erleichtert zusätzlich das exakte Ausrichten der ersten Reihe.
Schalungssteine setzen: Verband, Bewehrung und Aussparungen
Die erste Reihe wird trocken verlegt und Stein für Stein mit der Wasserwaage kontrolliert, bevor überhaupt Beton fließt. Erst wenn Flucht und Höhe stimmen, folgen die weiteren Lagen im Verband, also mit versetzten Stoßfugen, damit die Steinwände später als durchgehende Schalung funktionieren.
Die Bewehrung wird nach Plan eingelegt, bevor die letzte Lage aufgesetzt wird:
- Längseisen in die dafür vorgesehenen Aussparungen der Steine legen
- Bügel oder Querstäbe im vorgegebenen Abstand einbinden
- Abstandhalter setzen, damit die Bewehrung nicht am Steininneren anliegt und ausreichend Betondeckung erhält
- Durchführungen für Hausanschlüsse und Leerrohre bereits jetzt einplanen und aussparen
Wer die Schalung für das Fundament selber baut, sollte Eck- und Anschlusssteine vorab zuschneiden, statt später improvisieren zu müssen – das vermeidet Lücken, durch die beim Betonieren Zementleim ausläuft. Bei mehr als drei Steinlagen empfiehlt sich, in Abschnitten zu betonieren, damit der Schalungsdruck nicht zu groß wird.
Betonieren und verdichten – die häufigsten Fehler
Der Beton wird lagenweise eingebracht, in Schichten von etwa 30–40 cm, statt in einem Guss von oben bis unten. So bleibt der Druck auf die Steinwände kontrollierbar, und Lufteinschlüsse lassen sich zwischen den Lagen zuverlässig herausrütteln.
Verdichtet wird mit dem Flaschenrüttler, der senkrecht und ohne die Bewehrung zu berühren eingeführt wird. Zu kurzes Rütteln hinterlässt Kiesnester und Hohlräume, zu langes Rütteln kann bei EPS-Schalungssteinen die Innenwände beschädigen oder den Beton entmischen.
- Zu schnelles Befüllen: Die Steinwand verschiebt sich oder platzt an der Fuge auf – Abhilfe schafft langsames, lagenweises Einbringen
- Fehlende Kontrolle der Bewehrungslage: Stäbe rutschen beim Betonieren nach unten, wenn Abstandhalter fehlen oder zu weich sitzen
- Zu frühe Belastung: Vor Erreichen der Ausschalfestigkeit (bei normalem Beton meist nach 2–3 Tagen für leichte Lasten) sollte nichts auf dem Fundament stehen
Nach dem Betonieren wird die Oberfläche abgezogen und in den ersten Tagen vor Austrocknung geschützt, etwa durch Abdecken bei Hitze oder direkter Sonne. Die volle Belastbarkeit erreicht der Beton erst nach rund 28 Tagen Aushärtezeit.
Fazit
Ein Fundament mit Schalungssteinen bauen bedeutet vor allem präzise Vorarbeit: tragfähiger, frostfreier Untergrund, exaktes Schnurgerüst und sorgfältig eingelegte Bewehrung entscheiden über das Ergebnis mehr als die Steine selbst. Wird lagenweise betoniert und ordentlich verdichtet, entsteht ein tragfähiges Fundament ohne separaten Schalungs- und Ausschalvorgang. Für tragende Bauteile bleibt die statische Bemessung durch einen Fachplaner unverzichtbar, während Vorbereitung, Steinversatz und Betoneinbau mit handwerklichem Geschick auch in Eigenleistung gelingen.