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Vertikale Holzfassade aus Lärche: Anleitung

Eine vertikale Holzfassade aus Lärche braucht eine Kreuzlattung, passende Profile und korrekte Fugenmaße – so gelingt die Montage Schritt für Schritt.

Angaben zur Ausarbeitung

Autor
Petra Steinbach
Veröffentlicht
Lesezeit
4 Min.
Vertikale Holzfassade aus Lärche: Anleitung

Eine vertikale Holzfassade aus Lärche unterscheidet sich in der Konstruktion deutlich von der klassischen liegenden Verschalung: Sie braucht zwingend eine zweilagige Unterkonstruktion, damit Regenwasser ablaufen kann und die Bretter dauerhaft hinterlüftet bleiben. Während die Materialfrage rund um Lärche als Fassadenholz an anderer Stelle ausführlich geklärt wird, geht es hier ausschließlich um den praktischen Aufbau: Lattung, Profile, Montageschritte und Kosten für die senkrechte Variante.

Warum eine vertikale Holzfassade eine Kreuzlattung braucht

Bei liegend montierten Brettern genügt eine einlagige, vertikale Lattung – Wasser läuft entlang der Latten ab, Luft steigt dahinter nach oben. Bei einer holzfassade vertikal lärche-Ausführung laufen die Bretter jedoch senkrecht, sodass eine einzelne senkrechte Lattung den Hinterlüftungsspalt blockieren würde.

Die Lösung ist eine Kreuzlattung: Zuerst werden senkrechte Traglatten (meist 30 x 50 mm) auf der Wand oder Dämmung befestigt, die gleichzeitig den Hinterlüftungsraum von mindestens 20 mm herstellen. Darauf folgt eine zweite, horizontale Lattenlage, an der die vertikalen Bretter verschraubt werden. Erst dieser Aufbau erlaubt Luft- und Wasserabfluss trotz senkrechter Brettführung.

  • Traglattung senkrecht, Abstand je nach Windlast und Brettbreite meist 62,5 cm
  • Konterlattung horizontal, Abstand üblich 40–60 cm je nach Brettstärke
  • Hinterlüftungsspalt oben und unten offen, mit Insektenschutzgitter gesichert

Wird diese Zweilagigkeit übergangen, staut sich Feuchtigkeit hinter dem Holz und führt mittelfristig zu Fäulnis an der Rückseite der Bretter – ein Fehler, der von außen erst sichtbar wird, wenn der Schaden bereits fortgeschritten ist.

Profile und Fugenbilder für die senkrechte Lärchenverschalung

Für die lärche holzfassade vertikal stehen mehrere Profilformen zur Wahl, die das Erscheinungsbild stark prägen. Die glatte Deckelschalung mit überlappenden Brettern wirkt ruhig und modern, während Rhombusleisten mit ihrer angeschrägten Kante ein klares Schattenfugenbild erzeugen.

Wer eine lärche holzfassade rustikal gestalten möchte, greift eher zu sägerauen, unbehandelten Brettern mit sichtbaren Ästen und unregelmäßiger Maserung statt zu gehobelter, sortierter Ware. Diese Optik verträgt auch breitere Fugentoleranzen und einen dunkleren, ungleichmäßigen Verwitterungsverlauf, der beim rustikalen Look sogar erwünscht ist.

  • Deckelschalung: überlappende Bretter, sehr dicht, klassischer Look
  • Rhombusprofil: gleichmäßige Schattenfugen, moderner Charakter
  • Boards mit offener Fuge: rustikaler, kostengünstiger, mehr Lichtspiel

Die Brettbreite sollte 120 bis 200 mm nicht überschreiten, da breitere Bretter stärker arbeiten und sich an den Rändern schneller aufschüsseln.

Montage Schritt für Schritt

Nach Prüfung der Wandebenheit und dem Anbringen der Kreuzlattung folgt die eigentliche Brettmontage. Wichtig ist, dass jedes Brett Bewegungsspielraum behält, da Lärche je nach Feuchtegehalt arbeitet.

  1. Unterste Reihe mit der Wasserwaage ausrichten und als Referenz für alle weiteren Bretter nutzen
  2. Bretter mit rostfreien Edelstahlschrauben (A2 oder A4) befestigen, nicht mit verzinkten Schrauben, die zu Verfärbungen führen
  3. Pro Brett nur eine Schraube je Lattenkreuzung fest anziehen, die zweite als Langloch oder mit Spiel setzen, damit Quellen und Schwinden möglich bleibt
  4. Fugenabstand mit Distanzstücken konstant halten, üblich sind 5–8 mm bei geschlossenen Profilen
  5. Anschlüsse an Fenster, Ecken und Sockel zuletzt ausführen und mit Tropfkanten gegen eindringende Feuchtigkeit sichern

Bei Arbeiten in Höhe ab etwa zwei Metern ist ein normgerechtes Gerüst statt einer Leiter erforderlich; das ist keine Kür, sondern in den meisten Bundesländern durch die Arbeitsschutzvorschriften vorgeschrieben, sobald die Fassade mehrere Stunden am Stück bearbeitet wird.

Sibirische Lärche oder europäische Lärche?

Für den vertikalen Aufbau ist die Holzqualität mindestens so entscheidend wie die Konstruktion. Eine holzfassade sibirische lärche gilt als besonders dicht und harzreich, weil das Holz durch langsames Wachstum in kaltem Klima engere Jahresringe bildet als heimische Lärche aus Mitteleuropa.

Das macht sibirische Lärche widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Pilzbefall, was sich besonders bei vertikaler Montage auszahlt, da Wasser an den senkrechten Fugen schneller abläuft, aber auch punktuell länger einwirken kann. Europäische Lärche ist dagegen meist kürzer im Transportweg verfügbar und in der Regel etwas günstiger, bei guter Qualität aber ebenfalls für Fassaden geeignet.

Unabhängig von der Herkunft sollte das Holz auf eine Holzfeuchte von 15 bis 18 Prozent getrocknet sein, bevor es verbaut wird – zu feuchtes Material schwindet nach der Montage sichtbar und öffnet die Fugen ungleichmäßig.

Was kostet eine vertikale Lärchenfassade pro Quadratmeter?

Die holzfassade lärche kosten setzen sich aus Material, Unterkonstruktion, Montage und Oberflächenbehandlung zusammen. Die Kreuzlattung verursacht bei vertikaler Ausführung etwas höheren Aufwand als bei liegender Verschalung, da zwei Lattenlagen statt einer verarbeitet werden.

  • Material Lärchenbretter, unbehandelt: etwa 25–45 Euro pro Quadratmeter, je nach Sortierung
  • Unterkonstruktion inklusive Dämmanschluss: etwa 20–35 Euro pro Quadratmeter
  • Montage durch Fachbetrieb: etwa 40–70 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Fassadenhöhe und Anschlussdetails

In Summe liegen die Gesamtkosten meist zwischen 90 und 150 Euro pro Quadratmeter fertig montierter Fassade. Sibirische Lärche und aufwendigere Profile wie Rhombusleisten liegen eher am oberen Ende dieser Spanne.

Fazit

Eine vertikale Lärchenfassade gelingt nur mit der doppelten Lattenlage, sauber dimensionierten Fugen und Schrauben, die dem Holz Bewegungsspielraum lassen. Wer diese Reihenfolge einhält und bei der Holzqualität nicht spart, erhält eine Fassade, die über Jahrzehnte funktionsfähig bleibt und je nach gewähltem Profil vom klaren, modernen bis zum rustikalen Erscheinungsbild reicht.

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